Goldhochzeit

»Friedel Schneider ist ein Bullifan. Früher betrieb er einen Tabakgroßhandel und war täglich mit seinem T1-Kombi unterwegs, um seine Waren auszuliefern. Noch heute liebt er diese Fahrzeuge, doch er ist in die Jahre gekommen und leidet an Parkinson. Am 5.7.2013 feiert er mit seiner Frau Annegrete seine Goldene Hochzeit in Herdorf und es ist sein Herzenswunsch, noch einmal auf Bullitour zu gehen.«

gold1Der Lieferwagen von »Zigarren-Schneider«. Sein Vater hatte eine Zigarrenfabrik mit der eigenen Marke »KEBA«.
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Diese Nachricht erreichte mich vor ein paar Wochen und gleich war ich traurig, dass ich an diesem Tag arbeiten musste.
… und zweitens, als man denkt und dank meines tollen Chefs bekam ich den Tag doch noch frei. Und das hat sich richtig gelohnt! Es wurde eine »Bullis-bringen-Freude-Aktion« im wahrsten Sinne des Wortes. Schon als wir mit den fünf Bullis vor dem Haus des Hochzeits-Paares vorfuhren, wurden wir von Jubelstürmen begrüßt. Die ganze Straße stand Spalier und klatschte Beifall. So etwas hatte ich bis dahin auch noch nicht erlebt. Wir sind es ja gewohnt, überall fröhliche und winkende Menschen am Straßenrand zu sehen oder dass vorbeifahrende Autofahrer hupen und den Daumen hochrecken, aber diese Begeisterung der Hochzeitsgesellschaft war etwas ganz anderes.

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Mir wurde dann sogar die Ehre zuteil, das Jubelpaar zu kutschieren. Es wurde eine Rundfahrt über kleine Sträßchen und durch schöne Landschaften der Umgebung, u.a. am Geburtshaus vorbei, zum Schloss in Friedberg und einem VW-Autohaus, das begeistert über »so viel Glanz vor ihrer Hütte« war. Die mitfahrenden Enkel lernten schnell das Mitfahren im Bulli und klärten sich gegenseitig auf: Wer hat denn da gehupt? Warum winken die Leute? – Wink einfach zurück, die Leute finden das toll und freuen sich. Auch der Fahrer wurde um Aufklärung gebeten. Schafft so ein altes Auto denn so steile Berge? Die Antwort gab der Bulli gleich selbst in engen Kehren und an Steigungen- auch vollbesetzt mit acht Personen.
An fast jeder Ecke standen Familienangehörige mit ihren Kameras, und es bleibt ein Rätsel, wie sie immer dorthin kamen, ohne uns zu überholen.

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Frau Schneider erinnerte sich, wie sie -auch im Winter- über die Dörfer gefahren ist, um auszuliefern oder die Zigarettenautomaten zu befüllen. Der Bulli lief immer und kam überall durch. Einmal hatte Herr Schneider allerdings einen schweren Unfall, als er ausweichen musste, auf nassem Kopfsteinpflaster die Kontrolle verlor und frontal gegen einen Allee-Baum fuhr. Das war 1966. Auch andere Gäste hatten Deja-Vu´s. Die Fahrt zur Schulfreizeit mit VW-Bussen und andere Erlebnisse.
So ging die Fahrt schnell vorbei und war zum erwarteten Höhepunkt des Feiertages geworden.

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Für die Bullis ging es nach einer fröhlichen Verabschiedung noch nach Morsbach, wo die Fahrer zum Essen eingeladen worden waren.

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gold12Wenn man genau hinschaut, kann man lesen, was die Rücklichter der Bullis geschrieben haben: Bullis bringen Freude! Und kurz nach Mitternacht hatte sich der Bulli dann auch seine Nachtruhe im heimischen Stall verdient.