Eschweiler Classic Tour 2015

Gleich zu Beginn ein Mysterium: Unser »Tripmaster« ist in zwei Autos zu Hause. Die Kalibrierung ist etwas kompliziert. Es muss jeweils zur richtigen Zeit der eine Schalter umgelegt werden, dann ein paar Meter gefahren werden. dann der andere Schalter betätigt, ein- bzw. ausgeschaltet werden, der Messwert nach der Fahrt mit höchstens 40 km/h mit einer Formel berechnet werden, um ihn dann am Gerät eingeben zu können. Weil sich das Procedere kein Mensch merken kann und spätestens beim Autowechsel wieder vergessen ist, wurden kurzerhand die jeweiligen Werte für die Autos aufgeschrieben. Das ist wiederum einfach: Tripmaster ins andere Auto, Wert eingeben, fertig. Das funktionierte jetzt jahrelang und auf dem ersten Kilometer klappte das auch noch, aber auf der Fahrt am Freitag zur Dokumentenabnahme stimmte gar nichts mehr. Seltsam, die gemessene Strecke war fast genau halbiert. Kann gar nicht sein, oder? Auto, Reifen, Felgen- alles gleich wie beim letzten mal. So wurde kurzerhand die »fliegende Kalibrierung« eingeführt. Die Zahl an den 4 Dipschaltern wurde zunächst verdoppelt. Aus »0325« wurde »0650« und dann per Feinjustierung »0655«. Bei der Ausfahrt in Eschweiler stimmte es dann 10-Meter-genau. (Kann trotzdem nicht sein…)

Der Samstag begann dann mit einem tollen Frühstück im Haus Flatten. Gut gestärkt ging es dann für uns um 10:34 Uhr los. Bei der ersten Prüfung gab es einen Rückstau, der uns 12 Minuten Wartezeit bescherte. Da dachten wir gleich an die erlaubte Karenzzeit von 30 Minuten pro Zeitabschnitt (60 Minuten insgesamt). Der Veranstalter beruhigte uns aber gleich, dass Zeitüberschreitungen nicht so eng gesehen würden. Man soll eben nur nicht zu schnell sein. Aufholen konnten wir die Zeit dann auch nicht mehr, denn fast alle Straßen hatten 50er bzw. 70er Begrenzungen. Dazu kamen etliche 30er Zonen. Und wenn eine Straße mal »frei« war, folgte nach wenigen Metern eine rechts-vor-links-Einmündung. Bei der ZK 1 waren wir so schon 39 Minuten über der Sollzeit. Dazu kamen weitere 50 Minuten bis zur ZK 2.

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Der Start in Eschweiler

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Moderator Mike bei der Vorstellung der Teams
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Mittagspause

 

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Bei der Mittagspause erfuhren wir, dass es anderen Teams ähnlich ging. Eine Ampel in Eupen kostete uns 7 Minuten, weitere Zeit ein Traktor, der nicht überholt werden konnte oder Wanderer, die mitten auf der Straße standen, um von uns einen Schnappschuss zu machen. Also beschlossen wir, nicht mehr an die Zeit zu denken, die wir nicht schaffen konnten und kalkulierten schon einmal 100 Strafpunkte ein. Jedenfalls war die Strecke sehr schön und brachte uns wieder einmal an Orte, von denen wir noch nie gehört hatten. Wie auch sonst wurden ins Roadbook Notizen gemacht, um später noch einmal dort hin zu fahren.

Unterwegs

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Ärgerlich der Re-Start am Mittag. Pünktlich zu unserer Startzeit wollten wir los, kamen aber nicht zum Start der Zeitprüfung durch, weil der Weg vom Parkplatz bis zur Strecke mit Autos, die eine spätere Startzeit als wir hatten, blockiert war. Also meldeten wir uns kurzerhand wie üblich beim Start mit Bordkarte, aber die Zeit wurde uns nicht eingetragen. Es gäbe eine neue Startzeit. Das haben wir allerdings missverstanden. Gemeint war offenbar nicht eine neue Zeit für den Start der Zeitprüfung, sondern die »Parkplatz-Zeit«. Die Zeitprüfung sollte man nämlich zwei Minuten nach dem Start selbst beginnen. Deshalb waren wir dann natürlich zwei Minuten zu früh am Ziel und bekamen 10 Strafpunkte. Wieder was neues gelernt…

Bei der ZK 4 waren wir nur noch 25 Minuten über der Zeit. Dazu gesellten sich weitere 38 an der ZK 5. Wie das gehen soll, blieb uns ein Rätsel. Insgesamt haben wir mehr als 2,5 Stunden länger benötigt als veranschlagt. Beim nächsten mal werden wir wohl eher wieder »touristisch« unterwegs sein. Die Karten waren uns zu kompliziert und zu viele und der Zeitdruck macht keinen Spaß. Ausserdem suchen wir so gerne »Bildchen«.

Nach einem Wolkenbruch: Bulli im Regenbogen

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Am Ziel auf dem Markt in Eschweiler waren wir dennoch froh. Wir waren heil angekommen, fast alles hat geklappt. Sogar ein Kollege hat bis zum Schluss gewartet, um seiner Frau den Bulli zu zeigen. Mit Startnummer 33 waren wir mittlerweile in Gesellschaft der 100er-Starnummern. Die Beifahrerin bekam Sekt und alles war wieder gut. Ein übriges tat das wieder einmal hervorragende Essen im Haus Flatten. Am Ende gab es dann noch eine große Überraschung. In Rekordzeit war ausgewertet worden. Und obwohl wir vier stumme Wächter nicht gefunden hatten (wo die wohl versteckt waren?), kam in unserer Klasse ein dritter Platz heraus. In der Gesamtwertung sind wir 11. geworden!