8. AKV-Rallye »The Race«

Eins vorweg: eine rundum gelungene Veranstaltung! Das Wetter hat gehalten, eine tolle Strecke, nette Menschen, schöne Autos und ein grandioses Ergebnis. Hatten wir jemals bei einer Rallye so viel Spaß? Wohl kaum.

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Aber der Reihe nach. Freitag ging es zum Auftakt zum Aachener Markt. Eine erste kleine Prüfung, nach der Vorstellung auf der Rampe vom Start aus in genau acht Sekunden das Ziel zu erreichen, meisterten wir ganz ordentlich. Nach Zuschauerangaben kamen wir bei ca. 8,5 Sekunden an. Der Sieger hatte am Ende mit 7,94 Sekunden die geringste Abweichung zur Zielzeit. Nach der Anmeldung und Ausstattung des Bullis mit den Startnummern verkürzten wir mit ersten Benzingesprächen die Wartezeit bis zur Gulaschsuppe, die wieder hervorragend war. Wir lernten bisher Unbekannte kennen und flugs war es schon sehr spät geworden.

Samstag ließen wir es ruhig angehen. Nur keine Hektik – mit Startnummer 85 hatten wir reichlich Zeit. Dann ging es für uns um 10:42 Uhr auf die Strecke. Eine Idee unseres Frühstücksnachbarn war, gleich die erste WP in den Sand zu setzen, so dass von Beginn an keine Chance mehr auf den Sieg besteht, um dann entspannt den Rest des Tages angehen zu können. Und ohne uns diesen Gedanken anzuschliessen, wäre es bei uns fast genauso gekommen: Dem Fahrer war mittendrin im Slalom die Strecke doch nicht so ganz klar. Von Beifahrerseite kam ein energisches »HALT« nach dem vierten Tor. Nach vier kommt nun mal fünf und nicht sechs. OK, also eine Beinahe-Vollbremsung (nicht optimal bei einer Bestzeit-Prüfung), um noch die Kurve zum Tor 5 zu bekommen. Das ging gerade noch mal gut; die Zeit dürfte darunter heftig nach oben gegangen sein. Aber die Anspannung wich erstaunlicherweise tatsächlich von uns. Jetzt war es wirklich mehr oder weniger egal, wie der Rest laufen würde. Oben rankommen konnten wir nicht mehr.

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Begegnung im Wald

 

Umso mehr konnte von nun an die schöne Strecke genossen werden. Über Brand, Schevenhütte, Birgel, Berzbuir, Üdingen, Heimbach, Abenden ging es bis nach Schwammennauel an den Rursee zur Mittagspause. Unsere Pause sollte nur 25 Minuten sein, wohl, weil wir so spät dran waren. Das geht aber nun mal gar nicht- Stress in der Pause ist nicht gut für den zweiten Teil, der noch kommen sollte. Also machten wir gemütlich weiter, bis wir uns etwas erholt fühlten.

on the road again
on the road again

 

Nach der Mittagspause führte uns das Roadbook von Schwammenauel über Schmidt, Rollesbroich nach Simonskall. Dort war die Ortsdurchfahrt gesperrt, so dass ein Ergänzungsblatt im Roadbook den Weg zur nächsten Gleichmässigkeitsprüfung in Raffelsbrand wies. Vom Gefühl her haben wir den 50er-Schnitt super gemeistert!

 

Warten vor der WP 6

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Weiter ging es über Zweifall und durch Alt Breinig bis nach Kornelimünster. Kor-Ne-Li-Mün-Ster… Da war doch was…Unser Trauma (abgesehen von Pier…); bisher haben wir uns jedesmal heftigst gestritten, weil wir die Wege im schönen Ort nie gefunden haben. Diesmal sollte es unsere Kür werden! Mit der nötigen Ruhe wurde die Karte studiert. Es waren zwei Karten. Die zweite schien einen anderen Maßstab zu haben. Wo war der Übergang von der einen zur anderen Karte? Kurzerhand wurde von der kreativen Beifahrerin die zweite Karte ausgeschnitten (mit dem Taschenmesser – Schere demnächst einpacken und Kleber!), die beiden Karten wurden über- bzw. aneinander gelegt, die Punkte und Striche aus Karte 1 auf Karte 2 übertragen, und schon sah es viel einfacher aus! Eine Frage blieb offen: es gab nämlich zwei mögliche Wege. Aber der eine Weg entpuppte sich vor Ort als Fussgängerzone und schied somit aus, so dass uns die Strecke klar war, denn anders ging es nicht.

Jedoch kamen wir seit dieser Erkenntnis nur ca. 50 Meter weit, denn am Wegesrand entdeckten wir die »VIP-Tribüne« von Michael Cosler (übrigens seinerzeit mein erster Hochzeitsfahrt-»Kunde«), der für die Rallye-Teilnehmer Getränke bereithielt. Also hielten wir erst einmal an – so wie andere auch- zum Boxenstop. Die Zeit war ja sowieso schon egal. Und nach einem »Perlwein« war die Beifahrerin dann tiefenentspannt.  Da wir laut Aufgabe auch noch einmal dort vorbeikommen würden, wurden kurzerhand die Kinder eingeladen, die dann die Runde mitfuhren. Sie hatten genau beobachtet, dass die meisten bestimmt 10 Minuten brauchten, um den Weg zu finden, wenn sie denn überhaupt ein zweites mal vorbeikamen. Da waren wir mit unseren fünf Minuten für die Runde einschliesslich roter Ampel wahrlich gut gefahren! Beim zweiten Boxenstop inklusive Perlwein konnten wir auch noch einen Teil der Adler-Treffen-Ausfahrt vorbeifahren sehen, die am gleichen Wochenende eine Tour unternommen hatten. Dann wurde es aber doch Zeit, zur Schlussetappe aufzubrechen.

Der Rallye-Golf von René und Tina
Der Rallye-Golf von René und Tina

 

Bei der WP 7 in Brand trafen wir Tina und René als Streckenposten vom Vormittag wieder. Auf dem gleichen Gelände galt es nun eine andere Strecke in 1:50 min zu bewältigen. Für den Bulli eine echte Herausforderung. Im Roadbook hatten wir zuvor auch schon als Erinnerung »Gas!« eingetragen. Mit Vollgas und heftiger Kurvenlage fuhren wir die Punkte, Striche und Pfeile ab und waren am Ziel auch nur ca. zwei Sekunden zu langsam. Guter Bulli…gut gemacht…

Von Brand aus war der Weg über einen Zwischenstop am Quellenhof mit lecker Eis zum Lousberg nur noch eine Formsache. Die Prüfungen dort waren dann auch kein Problem mehr. Und dann kamen wir tatsächlich einmal nicht als Letzte ins Ziel; es kamen noch nach uns einige Teams an.

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Ankunft am Markt

 

So brauchten wir wie gewohnt auch nicht lange auf das tolle Essen in der Aula Carolina zu warten. Die Versteigerung eines Bildes zu Gunsten der Sammlung Cross brachte dann sogar 5.000 € ein. Bei der Siegerehrung, die jeweils zunächst nur bis zum 4. Platz in jeder Klasse ging, waren wir eigentlich schon bestätigt. Da wir wegen unseres Zeitproblems nicht oben dabei sein konnten, hätten wir im Bereich ab Platz 10 in der Klasse C aber doch damit gerechnet, in der Platzierung gelandet zu sein. Hatten doch sogar Teams mit 70 Punkten noch einen Pokal bekommen. Aber wir hatten ja einen tollen Tag gehabt. Dann begann Achim Krott mit den besten Drei in den Klassen. Er könne verraten, dass es ein VW sei, ein Samba-Bulli. Dieses Jahr gäbe es ja zwei, die mitgefahren wären…Und er rief aber uns auf die Bühne und nicht die Kollegen aus Bonn – der zweite Platz, unglaublich! Damit hatten wir nun gar nicht mehr gerechnet. Aber wie schön die Erkenntnis: in der Ruhe liegt die Kraft!

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Bild: AKV
Bild: AKV
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Illumination: Rathaus und Bull – jeder nach seinen Möglichkeiten

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